Chronisch obstruktive Bronchitis

Home/Chronisch obstruktive Bronchitis
Chronisch obstruktive Bronchitis 2016-11-26T18:44:58+00:00

Chronisch obstruktive Bronchitis (COPD, COLD)

Röntgenbild Lunge COPD

Röntgenbild Lunge COPD by khuruzero @ www.freedigitalphotos.net

Zu der „dauerhaft atemwegsverengenden Entzündung der Bronchien“, so die genaue Übersetzung von chronich obstruktiver Bronchitis (Abkürzung: COPD), kommt es häufig nach jahrelanger Inhalation von Rauch, Stäuben oder durch häufige Atemwegsinfektionen.

Der Hauptrisikofaktor, da kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, ist und bleibt das Rauchen. Berufsbedingte Staubbelastung, z. B. im Bergbau, bei Reinigungsdiensten und Tätigkeiten mit Feinstaubbelastung,  kann die Erkrankung ebenfalls hervorrufen. In sehr seltenen Fällen führt ein erblich bedingter Eiweißmangel zu dieser Erkrankung.

 

Symptome von COPD

Die typische Trias besteht aus:

  • Atemnot bei Belastung
  • Später oft auch Atemnot in Ruhe
  • Husten mit Auswurf

Bemerkt werden diese Probleme typischerweise erst bei oder nach einem Atemwegsinfekt, der die Beschwerden verstärkt und die Symptomatik deutlich macht. Diese Infekte (auch als Exazerbationen) können Wegbereiter für eine dauerhafte Verschlechterung der Symptomatik sein und sollten ausreichend behandelt werden.

Diagnostik bei Verdacht auf COPD

Die oben genannten Symptome deuten auf die Erkrankung hin. Als nächstes erfolgt die Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie oder Bodyplethysmographie), die eine Verengung der Bronchien darstellen kann und die Überblähung der Lunge („aufgepumpt wie ein Maikäfer“) verdeutlicht. Ein Röntgen-Thorax erfolgt zur Abgrenzung anderer Erkrankungen, aber auch zum Ausschluss einer Lungenentzündung oder eines Bronchialkarzinoms. In schweren Fällen sollte eine Blutgasanalyse erfolgen, weil durch die dauerhafte Überlastung der Atemmuskulatur eine Übersäuerung des Blutes sowie nachfolgend auch eine Unterversorgung mit Sauerstoff auftreten kann.

Therapie von COPD

Behandlung von COPD

Behandlung von COPD by Sura Nualpradid @ wwww.freedigitalphotos.net

Grundbaustein der Therapie ist das Weglassen des Auslösers, am häufigsten des Rauchens sowie eine Grippe- und Pneumokokkenschutzimfpung (häufigster Erreger der schweren Lungenentzündung). Bewegung und sportliche Aktivität (Lungensport) und ggf. ein strukturiertes Rehabilitationsprogramm können die Krankheit positiv beeinflussen.

Die medikamentöse Therapie richtet sich nach den Beschwerden und der Stufe der Erkrankung, die bisher in die Schweregrade I-IV, seit einiger Zeit international aber auf in die Gruppen A-D eingeteilt werden.

In der leichtesten Form erfolgt neben den o. g. Allgemeinempfehlungen eine Therapie mit einem schnell wirksamen Bronchienerweiterer bei Bedarf inhalativ (z. B. Salbutamol). Bei dauerhaften Beschwerden werden langwirksame Mittel zur Bronchienerweiterung eingesetzt (lang wirksame Beta-Rezeptor-Agonisten oder Muskarin-Rezeptor-Antagonisten), die ebenfalls inhaliert werden. Diese können auch in Kombination eingesetzt werden. Bei häufigen Exazerbationen (Verschlimmerungen des Zustands) werden zusätzlich inhalative Steriode (Kortison) eingesetzt, um eine weitere Verschlechterung zu verhindern. Die Kortisontherapie ist im Gegensatz zur Asthma-Therapie kein unbedingter Stützpfeiler der Therapie, sondern wird nur bei häufigen Infekten eingesetzt oder wenn eine Überlappung zum Asthma bronchiale besteht.

Bei Infekten/Exazerbationen erfolgt eine Therapie mit Kortison und ggf. Antibiotika. Bei Verschlechterung der Blutgase erfolgen Sauerstofftherapie oder/und eine Masken-Beatmung (nicht-invasive Beatmung, NIV), die eine weitere Verschlechterung und eine  invasive Beatmung mittels Trachealtubus verhindern sollen.

Wenn sich der Zustand durch eine versicherungspflichtige Beschäftigung verschlechtert hat oder durch die Arbeit verursacht wurde, sollte eine Meldung an die zuständige Berufsgenossenschaft erfolgen. Bei annerkannten Berufskrankheiten oder einer späteren diesbezüglichen Entscheidung kann so die Versorgungslage bei einer drastischen Verschlechterung gesichert werden.