COPD, Betablocker, Vorurteile und Überlebenschancen

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COPD, Betablocker, Vorurteile und Überlebenschancen

Verhindern Vourteile die Überlebenschancen von COPD Patienten nach Infarkten?

Größere Überlebenschancen für COPD Patienten mit Betablocker nach Herzinfarkten

Größere Überlebenschancen für COPD Patienten mit Betablocker nach Herzinfarkten by Vichaya Kiatying-Angsulee @ freedigitalphotos.net

Da kommen ganz frisch neue Erkenntnisse aus England zu uns über den Kanal und scheinen zu bestätigen, dass Betablocker nach einem Herzinfarkt auch die Überlebenschancen und die Überlebensdauer von COPD Patienten verlängern.

Nicht umsonst ist die Überschrift hier etwas kontroverser gewählt. Es scheint sich weiterhin und in weiten Teilen der Ärzteschaft das Vorurteil zu halten, dass Betablocker kategorisch nicht an COPD Patienten gegeben werden, da das kontraindiziert zum primären Krankheitsbild steht und die Sterblichkeitsrate damit steigt.

Nun implizieren neuere Studien wahrscheinlich sogar das exakte Gegenteil – auch Ärzte können irren!

In einer aktuellen Studie haben Forscher in England bei Patienten mit COPD, die einen Herzinfarkt erlitten, die Effekte von der Gabe von Betablockern in Bezug auf die Sterbilchkeitsrate bzw. Überlebenschancen der Patienten über mehrere Jahre analysiert.

Es wird im Rahmen dieser langjährigen Studie signifikant festgestellt, dass die Überlebenschancen für COPD Patienten, die nach einem Herzinfarkt mit Betablockern behandelt werden, solange nicht andere Gründe als die COPD dagegen sprechen, deutlich steigen.

Es konnte gezeigt werden, dass nicht nur die Sterbilichkeitsrate aufgrund der Herzerkrankungen sank, sondern auch die, die nicht auf Herzerkrankungen basierten (kardiale und nicht kardiale Todesfälle waren geringer als in Vergleichsgruppen).

Nun kann man einem Kommentar in der ÄrzteZeitung auch die Vermutung lesen, dass Betablocker sogar als Primärmedikation für COPD Patienten geeignet sein können.

Sicherlich muss auf diesem Gebiet noch einiges getan und geforscht werden. COPD Patienten gehören zu einem Kreis der mit Fug und Recht als Risikopatienten bezeichnet wird. Doch sind Anzeichen, dass durch veränderte Verschreibungspraxis Menschenleben gerettet und verlängert werden können, ein zeitnahes Engagement wert und sollten für die behandelnden Ärzte auch ein Ansporn sein, sich an Forschung, Entwicklung und Studien zu beteiligen … oder zumindest das eigene Wissen immer auf dem modernsten Stand zu halten.

 

By | 2019-05-04T11:03:24+00:00 January 10th, 2014|COPD, Herz, Lunge, Pneumologie|0 Comments

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