Legionellose und Legionellen-Pneumonie

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Legionellose und Legionellen-Pneumonie 2019-05-04T11:03:23+00:00

Legionellose und Legionellen-Pneumonie

Röntgenbild Legionellen Pneumonie

Röntgenbild Legionellen Pneumonie CDC-USA, Wuerz TC, Mooney O, Keynan Y. Legionella pneumophila serotype 1–associated severe pneumonia. 2012 Nov. http://dx.doi.org/10.3201/eid1811.111505

Durch Bakterien können viele verschiedene Infektionskrankheiten erworben werden. Traurige Berühmtheit erlangte die so genannte Legionärskrankheit 1976, als durch den Erreger Legionella pneumophilia bei einem Treffen amerikanischer Kriegsveteranen in einem Hotel in Philadelphia über 180 Menschen an einer lebensbedrohlichen Lungenentzündung erkrankten. In der Folge wurde der Erreger identifiziert, der sich in der Klimaanlage des Hotels vermehrt hatte.

Heute sind  über 50 verschieden Typen des Erregers bekannt, die noch weiter in Subtypen unterschieden werden können. Für den Menschen ist Legionella pneumophilia am wichtigsten und für 90% der Erkrankungen verantwortlich.

Nach einem Ausbruch in der Stadt Pontiac in Michigan im Jahr 1968 wurde eine mildere Unterform der Erkrankung als so genanntes Pontiac-Fieber beschrieben.

Übertragung und Verlauf von Legionellose

Die Ursache ist wie in vielen Fällen von der harmlosen Erkältung, über die echte Grippen bis zur schweren Lungenentzündung eine Tröpfcheninfektion, die im Falle der Grippe von Mensch zu Mensch übertragen werden, im Falle der Legionellen-Pneumonie durch das Einatmen von Dämpfen (Aerosolen), die mit den Erregern besiedelt sind. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt.

Nach 3-10 Tagen kommt es zu Fieber und Schüttelfrost, Muskel- und Brustschmerzen sowie Husten, der trocken, aber im Verlauf auch mit Auswurf einhergehen kann. Außerdem sind Atemnot, Übelkeit und Erbrechen sowie Kopfschmerzen und Durchfälle möglich. Gefährdet sind vor allem immunsupprimierte Patienten (Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, z.B. ältere Menschen, Kleinkinder) sowie Raucher.

Wo kommen die Legionellen her?

Legionella pneumophila durch ein Elektronenmikroskop

Legionella pneumophila durch ein Elektronenmikroskop wiki-commons von www.wikimedia.org

Wie die meisten Bakterien vermehren sich die Erreger bei warmen Temperaturen von 20-45 Grad in stehenden Gewässern (z. B. natürlicherweise in Seen, aber auch in Whirlpools), wie in Rohren, die nicht benutzt werden. Mögliche Infektionsquellen sind Klimaanlagen, die nicht regelmäßig gewartet werden. Einen Ausbruch in Warstein im August 2013 mit über 150 Erkrankungs- bzw. Verdachtsfällen war durch Legionellen in einer Klimaanlage bedingt. Die Zuordnung der Erkrankung ist durch die Aufschlüsselung der Subtypen (Untereinheiten) des Erregers zweifelsfrei wie bei einem genetischen Fingerabdruck möglich. Die sofort eingeleitete Kombinationstherapie mittels Antibiotika hat  bei diesem Ausbruch zu einer Mortalität von 7% geführt, typisch ist eine Mortalität (Sterberate) von 10-15%.

In Deutschland besteht für die Erkrankung Meldepflicht. Die Trinkwasserverordnung wurde 2011 geändert, so dass die Untersuchung auf Legionellen verpflichtend eingeführt wurde. Die Betreiber von Trinkwasser-Installationen mit Erwärmung müssen (z.B. in größeren Wohngebäuden), das Trinkwasser routinemäßig alle drei Jahre untersuchen lassen. Die erste Untersuchung musste bis 31. Dezember 2013 abgeschlossen sein.

Therapie von Legionellose

Bei schweren Verläufen einer Lungenentzündung muss und wird in der Praxis eine antibiotische Therapie eingesetzt, die diese Form der Erreger mit abdeckt (typischerweise so genannte Makrolid- oder Chinolon-Antibiotika) häufig in Kombination mit einem Penicillin, welches die häufigsten Erreger einer Lungenentzündung abtöten soll. Der Nachweis des Erregers erfolgt in der Regel durch einen Legionellen-Antigen-Nachweis im Urin. Das Labor ist verpflichtet, den Krankheitsfall an das Gesundheitsamt zu melden.