Lungenentzündung – Unterschätzte Volkskrankheit

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Lungenentzündung – Unterschätzte Volkskrankheit

Die Lungenentzündung ist eine Volkskrankheit

Volkskrankheit Lungenentzündung

Volkskrankheit Lungenentzündung by Michal Marcol www.freedigitalphotos.net

Der Winter geht dem Ende entgegen und viele von uns sind vor allen Dingen froh, dass es ein warmer Winter war. Insbesondere in den Übergangszeiten und im Winter treten nunmal verstärkt, das kennt jeder von sich und aus seinem Umfeld, zu Erkältungskrankheiten. Zu unterscheiden sind dabei virale und bakterielle Krankheiten. Um die Patienten zufriedenzustellen und in der Hoffnung die Symptomatik, häufig durch Begleiterkrankungen verursacht, zu lindern, verschreiben viele Ärzte Antibiotika, obwohl eine virale Hauptinfektion vorliegt. Antibiotika wirken nicht gegen virale Erkrankungen! So züchten wir uns selbst Resistenzen an, die verheerende Folgen haben können. Eine Lungenentzündung  wird in ihrer Grundform (Pneumonie) durch Bakterien verursacht und es kommt zu einer Entzündung des Lungengewebes.

Warum ist die Lungenentzündung eine gefährliche Volkskrankheit?

Mit jährlich ca. 900.000 dokumentierten Fällen und einer höchstwahrscheinlich erheblich höheren Dunkelziffer, d.h. nicht diagnostizierter Lungenentzündungen, und einer Sterbequote von ca. 10% der Fälle, sollte man die Lungenentzündung ernster nehmen, als es die meisten tun.Viele Ärzte diagnostizieren zunächst eine Erkältung oder einen grippalen Infekt, mal leicht, mal schwer, denn die Symptome sind nunmal Husten und Fieber. Schnupfen ist da “nur” ein zusätzlicher Infekt. Mit dem Abhören der Lunge und Fiebermessen läßt sich eine Lungenentzündung aber weder ausschliessen – noch erkennen. Um ein klares Bild zu bekommen, ist eine Röntgenaufnahme der Lunge notwendig, die allerdings in den meisten Fällen nicht vorgenommen wird. Ist der Krankheitsverlauf dann irgendwann dramatisch, hat man Glück, wenn mit einer Röntgenaufnahme dann die Lungenentzündung diagnostiziert wird.

Drastischer Verlauf bei Lungenentzündung

Bedauerlicherweise ist dann natürlich, insbondere bei älteren Patienten und Patienten mit weiteren Grunderkrankungen, das Immunsystem schon stark geschwächt. Ebenso kann es vorkommen, dass geschwächte, ältere Patienten, gar keine starke Fieberreaktion “mehr” zeigen, weil der Körper nicht mehr die Kraft dazu hat. Ist die Lungenentzündung erst stark fortgeschritten, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich die Bakterien aus der Lunge über die Blutbahn im Körper verbreiten, was einen verheerenden Verlauf durch eine Blutvergiftung (Sepsis) zur Folge haben kann, die bis zum Multiorganversagen führen kann. Gingen wir davon aus, dass die “Fehldiagnosen” nicht stattfinden, könnten sicherlich jedes Jahr einige Sterbefälle durch Lungenentzündung verhindert werden.

Gefahr von Resistenzen bei der Einnahme von Antibiotika

Die klassische Lungenentzündung wird durch Bakterien (sog. Pneumokokken) verursacht und mit Antibiotika behandelt. Wie bereits im Fachgebiet Pneumonie beschrieben, wird eine weitere Art der Lungenentzündung durch Legionellen verursacht, was ebenfalls Bakterien sind. Die oben erwähnte Praxis bei Erkältungen und grippalen Infekten Antibiotika zu verabreichen, schadet Patienten, wenn es wirklich darauf ankommt, dass diese Anitbiotika wirken, so z.B. bei einer Pneumonie.

Unser Körper wird resistent gegen Anitbiotika, wenn sie zu häufig eingenommen werden, d.h. die Antibiotika wirken dann nicht mehr. Hat der Körper erst Resistenzen gegen die notwendgen Antibiotika aufgebaut, fehlt es an Medikamenten, um Pneumonien erfolgreich behandeln zu können. Daher sei jedem geraten, Antibiotika wirklich nur zu nehmen, wenn es wirklich angebracht ist. Dieses Wissen scheint noch nicht weit genug verbreitet zu sein, da Patienten häufig als Mittel der Wahl bei Erkältungen nach Antibiotika fragen.

Konkrete Indizien für eine Lungenentzündung

Sie kennen ihren Körper selbst am besten. Zu den ersten Symptomen einer Lungenentzündung gehören sicherlich hohes Fieber und Husten. Eindeutige Warnsignale für eine Lungenentzündung aber sind

  • ein dauerhaft erhöhter Puls und
  • eine beschleunigte Atemfrequenz.

Die erhöhte Atemfrequenz entsteht durch die verminderte Fähigkeit der Lunge, Sauerstoff aufzunehmen. Haben sie also bei einer “starken” Erkältung mit Fieber und Husten das Gefühl von “Herzrasen” und den Eindruck einer berschelunigten Atemfrequenz durch Luftnot, dann ist es ein guter Tip, dieses dem Arzt auch mitzuteilen.

Aufklärung tut Not, und daher beschreiben wir in diesem Blog auch gerade Themen, für die ein gesteigertes gesellschaftliches und Patientenbewußtsein für eine gesunde Zukunft wichtig ist.

By | 2019-05-04T11:03:24+00:00 March 5th, 2014|Lunge, Pneumologie|0 Comments

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