Asthma bronchiale

Frau mit Asthma und Lungenschmerzen

Frau mit Asthma und Lungenschmerzen by marin @ freedigitalphotos.net

Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege, die ab den frühen Kindheitstagen (häufig zu Beginn der Schulzeit) vorkommen kann, aber auch noch im Alter auftritt. Die Patienten klagen über Husten, Schleimbildung, pfeifende Atmung und Atemnot, die von Phasen relativer Beschwerdefreiheit abgelöst werden. Die Bronchien der Lunge reagieren auf harmlose Stoffe oder Situationen mit Verengung und Schleimbildung.

Häufig sind Pollen oder Milben Auslöser der Erkrankung. Dann handelt es sich um ein so genanntes allergisches Asthma bronchiale. Es gibt allerdings auch Patienten, bei denen keine Allergie nachweisbar ist, dann spricht man von nicht-allergischem Asthma, auch Mischformen sind möglich.

Auslöser der Erkrankung ist ein übereifriges Immunsystem, welches zu früh und zu heftig reagiert. Ca. jeder 20. Erwachsene und jedes 10. Kind erkranken an Asthma bronchiale.

 

 

Häufige Beschwerden bei Asthma bronchiale sind:

  • pfeifende Atmung; trockener Husten
  • Husten mit zähem Schleim
  • Engegefühl in der Brust
  • Luftnot (anfallsartig, häufig nachts und bei Anstrengung)

Untersuchungen zur Diagnose von Asthma

Primär ergibt sich der Verdacht aus den häufig typischen Schilderungen mit Husten und anfallsweiser Luftnot, aber auch bei nächtlichem Erwachen mit Luftnot oder Luftnot bei und nach körperlicher Anstrengung. In diesen Fällen erfolgt die Untersuchung mittels Lungenfunktion, ggf. auch der Messung der entzündlichen Aktivität (FeNO-Messung, nicht Bestandteil des GKV-Leistungs-Katalogs).  Ein Allergietest, meist als Pricktest, sollte mögliche allergische Auslöser klären. Bei speziellen Allergien können Labortests entscheidende Hinweise liefern.

Therapien bei Asthma bronchiale

Frau mit Asthma Inhalator

Frau mit Asthma Inhalator by patrisyu @ freedigitalphotos.net

Zur schnellen Erleichterung bei Beschwerden gibt es schnell wirksame Mittel. Diese werden inhaliert und stellen den wichtigsten Teil der Notfallmedikation dar (z. B. Salbutamol).

Da es sich um eine chronische Entzündung der Atemwege handelt, sollte ab der zweiten Stufe der Therapie inhalatives Cortison als Basis der Asthmatherapie verabreicht werden. Die alternativen Präparate (z.B.  Montelukast)sind nur weniger wirksam, können in leichten Fällen bei Kindern aber auch hilfreich sein. Ein Inhalation von Kortison ist nicht mit einer Kortison-Therapie mittels Tablette vergleichbar, da nur ein sehr geringer Anteil in den Körper gelangt und die Hormonsteuerung des Körpers durch niedrig dosiertes inhalatives Kortison nicht gestört wird.

In der nächsten Stufe der Therapie wird das inhalative Kortison erhöht und ggf. ein langwirksamer Bronchienöffner (Bronchodilatator) zusätlich inhaliert.

Sollten der Patient weiterhin Beschwerden haben, können verschiedene Therapiealternativen angewandt werden (Theophyllin, Prednisolon), möglicherweise aber auch eine Antikörpertherapie, die unter bestimmten Voraussetzungen bei schwerem Asthma erfolgreich in der Praxis angewandt werden kann.

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Therapie von Asthma

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung sind eine Meidung von speziellen Auslösern (z.B. Katzen bei Katzenhaarallergie), das Führen eines Asthma-Tagebuchs um Probleme zu erkennen und eine regelmäßige Einnahme der Medikamente. Die Selbstkontrolle der Lungenfunktion mittels „Peak-Flow) ist ein wichtiger Baustein in der Therapie, aber auch in dem Selbst-Umgang mit Medikamenten.

Bedrohliche Zustände können so meist vermieden werden, da eine Verschlechterung des Peak-Flows zu einer frühzeitigen Erhöhung der Therapie oder einem Arztbesuch führen sollte, bevor ein Anfall ausgelöst wird.

Durch Infektionen, durch psychische Faktoren oder durch nicht bekannte Allergien kann es trotz der Therapie zu Asthmaanfällen kommen. In diesen Fällen sollte das Notfallmedikament nach Kontrolle des Peak-flow 2fach eingenommen werden. Nach 10 Minuten erfolgt eine Peak-flow-Kontrolle. Bei fehlender Besserung sollte Prednisolon als Tablette (meist 40 bis 50mg) eingenommen und erneut das Notfallspray doppelt inhaliert werden.  Die Atmung sollte betont ruhig sein, die Lippenbremse sollte eingesetzt werden, der Patient in einer atemerleichternden Haltung verharren.

Nach 10-15 Minuten erfolgt erneut die Peak-flow-Kontrolle. Bei fehlender Besserung muss ein (Not-) Arzt hinzugezogen werden, der unter Kontrolle des EKGs und des Blutsauerstoffwertes weitere Medikamente verabreicht und ggf. den Transport ins Krankenhaus begleitet.

Bei Auftreten der Erkrankung erstmals am Arbeitsplatz bei inhalativen Reizen (z.B. als Bäcker, Friseur oder Tischler) oder bei Verschlechterung des vorbekannten Asthmas durch die Arbeitsstelle muss eine Anzeige bei der zuständigen Berufsgenossenschaft erfolgen, die in diesem Fall einen möglichen Zusammenhang untersucht und ggf. Schutzmaßnahmen einleitet.

Jeder Patient hat etwas andere Beschwerden und jeder Mensch reagiert etwas anders auf Auslöser, aber auch auf Medikamente, so dass eine ganz individuelle Therapie verabreicht werden sollte.