Deutsche Bevölkerung versteht Ärzte und Therapien nicht

Mangelnde Gesundheitskompetenz deutscher Patienten

Mangelnde Gesundheitskompetenz deutscher Patienten by stockimages www.freedigitalphotos.net

Was vielen Medizinern und Pflegebediensteten schon lange dämmerte, wurde nun in einer Studie belegt. Der größte Teil der deutschen Bevölkerung versteht nicht, was Ärzte, Therapeuten oder Pfleger ihnen sagen! Wie sollen Therapien erfolgreich durchgeführt bzw. von den Patienten angenommen werden, wenn der Patient überhaupt nicht versteht, worum es geht bzw. den Sinnzusammenhang und die Folgen nicht nachvollziehen kann?

Um die sog. Gesundheitskompetenz ist es in Deutschland extrem schlecht bestellt. Da brauchen wir gar keine Vergleiche heranziehen. Wenn ca. 60% der Bevölkerung ein zu geringes Verständnis und Grundwissen über ihre eigene Gesundheit, den Körper und Medizin haben, dann muss man sich auch nicht wundern, warum viele Therapien schlecht angenommen werden und die Heilungs- und Infektionsstatistiken nicht besser werden. Es ist wichtig, dass sich der Patient und somit jeder Mensch soweit mit seinem Körper und der Gesundheit auskennt, dass er und sie ein gesundes Leben führen können. Dieses Verständnis scheint aber über “Fett und Zucker sind ungesund” nicht weit hinauszugehen. Dann versteht man auch die aktuellen Bemühungen der Bundesländer, eine prohibitive Steuer auf ungesunde Lebensmittel einzuführen (“Zucker und Fett Steuer”). Denn freiwillig und aus einem gesunden Menschenverstand heraus scheinen die Menschen nichts Gutes für sich zu tun bzw. nichts Ungesundes zu unterlassen.

Als Mediziner und Bediensteter im Pflegeberuf muss man sich aber auch an die eigene Nase fassen. Als Mediziner muss man sich natürlich auch mit Computern auseinandersetzen. Dabei kommt es nicht selten vor, dass man feststellt, dass das wiederum nicht das eigene Fachgebiet ist, mangelndes Verständnis vorliegt und kein Interesse aufkommt, diese Lücke zu schliessen. Sollte der IT-Guru gegenüber dann das Talent haben, einem das Problem oder die Lösung verständlich zu machen, hat auch der Mediziner das Gefühl gut aufgehoben zu sein.

Drehen wir diesen Spieß jetzt um, dann muss jeder Mediziner sich im Patientengespräch auch fragen, ob der Patient die Anamnese, Diagnose und Therpie auch versteht. Ein Blick in ungläubig oder verständnislos schauende Augen kann dazu ein guter Indikator sein. Wir wollen uns daher als Pflegende und Mediziner bemühen, uns so auszudrücken, dass die Patienten uns und ihre Probleme verstehen. Daher hier der Aufruf an unsere Patienten:

Wenn Sie etwas nicht verstehen, dann fragen Sie uns einfach nochmal oder auch zweimal.

Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden!